Bund deutscher Iringe e.V.

Ist die Achtundsechziger Kulturrevolution am Ende?

Eine revolutionäre Welle ging durch die intellektuelle Jugend, rings um die Nordhalbkugel, von Berkely über Paris, Frankfurt, Prag, Schanghai bis Tokio. Das Gemeinsame der Bewegung war der Protest gegen die verfestigten herrschenden Systeme. Im Westen scheiterte sie daran, daß sie nirgends die Sympathie der saturierten breiten Bevölkerung, zumal der Arbeiterklasse gewann. Die Bewegung blieb ein Krisensymptom; sie wurde keine reale Krise unserer Gesellschaft. Das darf uns nicht darüber hinwegtäuschen, daß wir keines der Probleme gelöst haben, an denen sich der Protest entzündet hatte. Die heutige intellektuelle Jugend empfindet im eigenen Leben vielfach den wachsenden Konkurrenzdruck, die Ungewissheit des Arbeitsplatzes und eine Sinnlosigkeit der angebotenen Lebensform. Auch die Hoffnung des Protests ist enttäuscht. (nach Carl Friedrich von Weizsäcker, Deutlichkeit, Hanser Verlag München Wien II 1979, S. 17 f)

Die Achtundsechziger sind heute in den verantwortlichen Positionen in Staat und Gesellschaft. Was haben sie gebracht? Ein neues, besseres Gesellschaftssystem? Mit dem Erwachen aus dem "Traum der Beliebigkeit" geht es heute um die Überwindung des 68er-Systems und um die Rückkehr zu autoritativem Recht und deutscher Ordnung.

Was haben die Achtundsechziger an Gutem auf den Weg gebracht? Die Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit, die Kritik an der religiösen Glaubensideologie, die Befreiung von Schranken in der individuellen Lebensgestaltung, den Einsatz für die Gleichberechtigung der Frauen. Das sind erhaltenswerte Ansätze, die beibehalten werden müssen.

Was sind ihre Fehlleistungen? Mit der Bekämpfung des Nationalismus haben sie die Vaterlandsliebe in einen Rechtsradikalismus umgedeutet. So, als ob sich jeder seiner Herkunft und Abkunft schämen und sich fortdauernd schuldig fühlen müsste, aufgrund von Verbrechen, die einer Clique Ideologie- und Machtwahnversessenen zuzuschreiben ist. Sie haben die gesamte Geschichte Deutschlands auf die zwölf Jahre der Hitlerregierung reduziert und alle früheren Großtaten ignoriert oder niedergemacht. Ein Deutscher sollte auf die Geschichte seines Landes nicht mehr stolz sein können, sondern mit dem Etikett, "ich schäme mich ein Deutscher zu sein" ein masochistisches Seelenkonzept vor sich her tragen. Damit wurde die Liebe der Menschen zu Elternhaus, den Gebräuchen, Gerichten, zu Heimat- und Landesempfinden pervertiert in Fremdheitsversessenheit und Asylantenwahn. Der multikulturelle Traum, den sie bei uns Wirklichkeit werden lassen wollten, äußert sich heute in Terrorismushass, Fremdenfeindlichkeit der Ausländer gegen Deutsche und umgekehrt, deutschem Humanismuswahn und Selbstaufgabe. Die Zeichen der Zeit sprechen für sich.

Mit der übertriebenen Lockerung steifer Umgangsformen hat die Studentenbewegung bewirkt, dass die Formen von Ordnung und Sauberkeit, Höflichkeit, Anstand und Pünktlichkeit verleumdet wurden und statt dessen ein rüder, vulgärer Umgangston in der Gesellschaft eingeführt wurde. Bürgerliche Tugenden wie Fleiß, Ehre und Pflichtbewusstsein wurden verhöhnt und als unzeitgemäße Untertanengesinnung gebrandmarkt. Dafür wurde Freiheit von allem für alles propagiert. Jegliche Autorität wurde in Frage gestellt und unbillig kritisiert bis eine allgemeine, tödliche Gesellschaftsbanalität erreicht war.

Ihre Kritik an der sprichwörtlichen deutschen Bildung als Erziehung zum ewigen Untertanen hat zu Experimenten geführt, die einem eingebildeten Schülerrecht zu triumphaler Höhe verholfen hat. Mit dem Ergebnis der totalen Respektlosigkeit gegenüber dem Lehrpersonal und älteren erfahrenen Mitmenschen. Da wurde das Küken zum Richter über die Henne gesetzt. Die geistige Sabotage-Einstellung der Achtundsechziger hat ihre zerstörenden Spuren hinterlassen in dem Abbau von bewährter Autorität, der schulischen Minderleistung deutscher Kinder und einem Vertrauensbruch zwischen Eltern und Kindern.

Der Verdacht von Rechtsradikalismus und Deutschtümelei hat einen artfremden Kulturimpuls (Islamismus) in Deutschland sich ausbreiten lassen und nun wundert man sich, dass statt der erhofften Integration der eingedrungenen Fremden sich eine islamistisch erstarkende Gettokultur etabliert. Das natürliche Empfinden der Menschen braucht eine Wir-Verbundenheit und eine Wir-Welt. Ehe die Achtundsechziger das den Deutschen in ihrem eigenen Land zugestehen, werden sie eher den Nichtdeutschen Rechte übereignen, die sie tabu für die deutsche Rechtsauffassung machen und die Deutschen dem veränderten Rechtsbewusstsein unterordnen. In seiner Gesamtheit ist das Achtundsechziger System gegen alle Deutschen in Deutschland gerichtet und versucht uns unserem Lande und unserer Geschichte zu entfremden. Das wird sich bitter rächen. Die Umkehrung zeigt sich schon im Anecken der kurzsichtigen Beliebigkeit und im zunehmenden Durchbruch der Notwendigkeit. Die Zeit der Achtundsechziger Wertetäuschung kommt zum Ende und die Zeit des Rückschlags von Wahrheit, Vernunft und Wirklichkeit bricht an.

Man benötigt viel Verständnis für die leidgeprüften Verführten!

Wilhelm Kirschner