Bund deutscher Iringe e.V.

Dienende Eliten

In föderalistischen Systemen wie z. B. in Deutschland nach dem 2. Weltkrieg ist der Begriff Elite und Elitebildung verpönt. In anderen Ländern dagegen wird darauf großer Wert gelegt. Die Geschichte weist schon in der Antike nach, dass menschliches Zusammenleben nur unter Eliten durch eine stabile Ordnung gekennzeichnet ist und einen positiven Verlauf nimmt. Dabei rangiert im Vordergrund der damaligen Beurteilung deren Notwendigkeit noch vor ihrer Güte.

Andere Länder haben eine andere Einstellung zur Elite. In England wird ein Bruchteil der Bevölkerung auf den Privatschulen Eton, Harrow, Rugby, Winchester etc. zu verantwortungsbewussten Persönlichkeiten mit Charakter, Prinzipien, guten Manieren usw. ausgebildet. In den USA geschieht dies in privaten Colleges und Universitäten vorwiegend in den Oststaaten. In Frankreich existieren staatliche Eliteschulen, die jeder besucht haben muss, der im Staatswesen ein Amt bekleiden möchte.

In Deutschland gibt es nichts Vergleichbares, da der Elitebegriff zum Gleichheitsprinzip moderner demokratischer Gesellschaften im Widerspruch steht und dieses nicht zurückgesetzt werden soll. Die Wirtschaft hat die Nachteile dieser Erziehungsform längst erkannt und bildet ihre Entscheidungsträger in Spezialschulen auf eigene Kosten aus. Deren Ziel ist überwiegend auf wirtschaftlichen Erfolg ausgerichtet.

Nur über eine Elite mit hohem sittlichen und geistigen Niveau und einer Auswahl der Besten für die jeweilige Aufgabe, die ihr Handeln auf das Interesse des Gemeinwohls ausrichten, kann eine Höherentwicklung der Menschen im geistigen Sinne stattfinden. In ihrer Bestimmung sind länderbedingte Kultureigenarten, Lebensgewohnheiten, Ressourcen der Fähigkeiten etc mit zu beachten. Kein Volk kann ohne negative Folgen auf eine gewisse Bevorzugung seiner Befähigsten und Begabtesten verzichten.

Als Leitschnur für die Beurteilung sind die urchristlichen Aussagen vom Sinn und Zweck des Erdendaseins entscheidend. Die christliche Lehre enthält im Gegensatz zu anderen das Prinzip der Nächstenliebe, das Dienen, um anderen zu helfen. Dienen heißt weder herrschen noch beherrschen. Viele, die sich heute zur Elite zählen, legen es darauf an, ihre Mitmenschen zu beherrschen und das Dienen im Sinne von Helfen ist ihnen fremd.

Zukünftige Eliten benötigen eine hervorragende Ausbildung, einen edlen und unbestechlichen Charakter, müssen helfend-dienend den Mitmenschen den Weg zur Vollendung weisen und dem Gemeinwohl verpflichtet sein.

R.T.