Bund deutscher Iringe e.V.

Die Bedeutung der Fahne am Beispiel
»Schwarz-Rot-Gold«
Die bundesdeutschen Nationalfarben

(angelehnt an das Referat »Lied der Deutschen«, eine Betrachtung über Entstehehen und Inhalt der Nationalhymne)

Hier wird die Herkunft und Bedeutung der Fahnen und der Nationalfarben der Bundesrepublik Deutschland ausgearbeitet. Dies vor dem Hintergrund der Entwicklung bis zu unserem Nationalsymbol. »Schwarz-Rot-Gold«.


Die Fahne ist ein weißes oder farbiges, mit Bild oder Stickerei verziertes Tuch an einer Stange, das von alters her von Stämmen oder Völkern verwendet wird. Es dient mit seinen sinnbildlichen Darstellungen nicht nur als militärisches Feldzeichen einer Truppe, sondern auch geistig, kulturell, politisch und sportlich wirkenden Vereinigungen als Symbol ihres Wirkens.

In der Gegenwart besitzen Vereine, juristische und oftmals natürliche Personen, Bünde, Parteien eine Fahne unter deren Symbol sich die Mitglieder und Anhänger dieser Vereinigungen sammeln.

Meist ist die tiefere Bedeutung und der Sinn nicht mehr bewusst. Es sagt den Menschen nur noch gefühlsmäßig, dass die geschlossen hinter der Fahne Gehenden das gleiche Ziel und Bestreben haben, dass sie zusammenhalten müssen, um eine Macht zu bilden. Sie können dadurch sich und andere besser schützen und Ziele verwirklichen.

Solche Zusammenschlüsse sind oft lockere, »zufällige« Angelegenheiten. Gleiche Interessen, Satzungen, Programme oder Projekte gehen über unterschiedliche Laufzeiten.

Der Sinn einer Fahne wird dann deutlicher, wenn wir die Bräuche früherer Zeit, beim Militär und in Kriegen betrachten. Ein Soldat muß den Fahneneid schwören, und damit bekunden, dass er seinem Volk und Vaterland und den eingesetzten Führern Treue und Gehorsam hält, selbst, wenn er damit sein Leben aufs Spiel setzt. Als fahnenflüchtig gilt, wer ohne Befehl die Fahne, die Truppe verlässt. Bestimmte militärische Gruppen wurden als Fähnlein bezeichnet, das vom Fähnrich geführt wurde. Dieses »Fähnlein« führte als Feldzeichen eine Fahne mit den Symbolen dessen, dem man sich unterstellte. In Rittertum und Adel führten die Geschlechter eigene Wappen, Farben und Symbole in ihren Fahnen.

Diese Symbole, die wir in der Heraldik kennen (Hier spreche ich von den heraldischen Wappen und Symbolen und nicht von den sogen. »Sprechenden«), gehen fast immer auf eine durch Runen ausgedrückte Bedeutung zurück. Damit wollen wir auf den Begriff der Fahne eingehen. Das Wort setzt sich wahrscheinlich aus der fa-Rune und der nauth-Rune (der Not-Rune) zusammen. Die fa-Rune (die erste im Runenfuthark) entspricht dem »F« und hat die Bedeutung von schöpfen, schaffen, zeugen, wirken, führen. Die nauth-Rune entspricht dem »N« und hat die Bedeutung von Not, Zwang, geboren werden, empfangen. Die übertragene Bedeutung könnte lauten: Zur Führung einer Gemeinschaft gebildet. Die Fahne mahnt uns Schaden von uns und anderen abzuwenden und Menschen gleicher Interessen und/oder Zugehörigkeit zu sammeln.

Kommen wir nun zur bundesdeutschen Fahne mit den Farben Schwarz-Rot-Gold, allerdings, ohne auf die Farbsymbolik einzugehen: Die Farben Schwarz-Rot-Gold treten in den deutschen Ländern in der nach-napoleonischen Ära erstmals durch die Studenten- und Burschenschaften verwendet, auf. Sie erinnerten damit an die Befreiung vom napoleonisch-französischen Joch durch die vereinigten Truppen unter Blücher. Schwarz-Rot-Gold waren und sind die Blücher'schen Familienfarben.

Die Version, dass es sich um Farben der Uniform der »Schwarzen Reiterei« unter v. Lützow oder die Darlegung, dass es sich um Farben der Knechtschaft, blutiger Schlachten und das Licht der Freiheit handelt, ist doch als unwahrscheinlich anzusehen.

Durch Feldmarschall Blücher als Führer der verbündeten preußischen, österreichischen und russischen Truppen wurde gemeinsam mit den verbündeten englischen Truppen unter Wellington die Herrschaft Napoleons beendet und Europa befreit.

In dieser Erinnerung und in der Sehnsucht nach einem einigen deutschen Vaterland in Einigkeit, gemeinsamem Recht und Freiheit, ohne das Joch absolutistischer Herrscher, versammelte man sich damals unter diesen Fahnen und Farben.

»Deutschland« bestand aus vielen einzelnen Staaten, Königreichen und Herzogtümern in einem richtigen Flickenteppich und einig war man sich hier nur selten. Die Herrschaft war auch nicht immer volksnah und meist sehr streng. Zudem bestanden viele Schwierigkeiten, von einem Land zum nächsten zu reisen.

In der Zeit des sogenannten »Vormärz« bestand im Volk eine ungeheure Sehnsucht nach einem einigen deutschen Vaterland, was sich besonders in der Literatur und im Liedgut ausdrückte, später zur Schaffung des »Lied der Deutschen« (ausdrücklich nicht »Deutschlandlied«) durch Hoffmann von Fallersleben vor allem aber zur Demonstration auf dem Hambacher Fest 1832 und dann zur März-Revolution 1848 führte.

Aus diesem Geist heraus wurden Schwarz-Rot-Gold die deutschen Farben, und zwar zuerst in der Weimarer Republik und nach dem Zusammenbruch des »Dritten Reiches« die bundesdeutschen. Die Bundesfahne »Schwarz-Rot-Gold« zählt damit mit der Hymne und dem Bundesadler zu den nationalen Symbolen der Bundesrepublik Deutschland.

In diesem Zusammenhang wird auf das hervorragend ausgestattete und liebevoll geführte Blüchermuseum in Kaub/Rh. hingewiesen. Außerdem wird noch auf das Referat »Lied der Deutschen« hingewiesen.

Roderich Volk