Bund deutscher Iringe e.V.

Deutschlandlied, eigentlich: Lied der Deutschen

Eine Betrachtung über unsere Nationalhymne

Zuerst: Ein »Deutschlandlied« hat es nie gegeben!

Veranlasst durch die immer wieder aufkommende Diskussion um die Themen »Deutsch« und dem Text unserer Nationalhymne, dem so genannten »Deutschlandlied«, insbes. der 1. Strophe und der eigenen Identifikation, soll diese Betrachtung dazu dienen, unser Bewusstsein offener zu machen, freizumachen von falscher Sensibilität und objektiv-positiv in ein anderes Licht zu setzen; denn deutsch ist nicht als schlecht zu verstehen. Insbesondere soll diese Betrachtung freimachen von negativen Beeinflussungen, soll dazu dienen, unser Nationalgefühl positiv gerade zu rücken.

In diesem Zusammenhang sollte unsere jüngste Vergangenheit mit etwas Abstand betrachtet werden, nicht vergessen oder gar geleugnet, es sollte sich dazu bekannt, aber in Relation zu unserer Gesamt-Geschichte gesetzt werden. Wir müssen unsere Geschichte nicht nur als die unseres heutigen Staatsgebietes, der Bundesrepublik Deutschland sehen, sondern in einem erweiterten Zusammenhang, wobei nationalstaatliche Entwicklungen sehr verschiedene Wege gingen.

Der Betrachtung soll folgendes vorangestellt werden:

  1. Aus der Präambel zur Weimarer Verfassung: »Das deutsche Volk, einig in seinen Stämmen (Ländern).....gibt sich diese Verfassung«.
  2. Peter Rossegger: »Patriotismus zeigt sich nicht im Hasse auf ein anderes Volk, sondern in der Liebe zum eigenen«.

Kommen wir zum »Deutschlandlied«, eigentlich aber zum »Lied der Deutschen«, wie es Hoffmann von Fallersleben nannte; was nicht nur ein sprachlicher, sondern vor allem ein inhaltlicher Unterschied ist.

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798 - 1874), ein politischer Dichter und Literat, schrieb dieses Lied im Jahre 1841 auf der damals englischen Insel Helgoland und es war wohl Teil seines Zyklus der sogenannten «unpolitischen Lieder«, das nach der Musik von Haydns »Kaiserquartett« mit der österreichischen Kaiserhymne verbunden, gesungen wurde. Erst 1922 wurde das Lied zur deutschen Nationalhymne erklärt.

Zur Entstehung dieses Liedes ist es unerlässlich, die Zeit zu betrachten in der es geschrieben wurde und warum es geschrieben wurde; die Sehnsucht, die damit ausgedrückt wurde.

Deutschland war zersplittert, es bestand aus 37 Ländern und Fürstentümern. Im Volk gab es eine ungeheure Sehnsucht nach einem eigenen einigen Vaterland mit eigener Identifikation.

Die napoleonische Ära ist seit gerade eben 25 Jahren vergangen, die Restauration, in der auch die Werte und Ideale der französischen Revolution wieder vergessen gemacht werden sollten, ist noch in vollem Gange. Ein Teil der Landesfürsten zog die Zügel wieder an, die Presse wurde zensiert, die unteren Stände unterdrückt.

Deutsche Dichter wie Büchner, Fallersleben, E.T.A. Hoffmann, Heinrich Heine, Lenau, Anette v. Droste-Hülshoff, nicht zu vergessen Ernst Moritz Arndt u. v. a. schrieben ihre politischen Agitationsverse, die zum Teil eine solche Bekanntheit erlangten, dass sie wie Volkslieder gesungen wurden.

Viele der Dichter gehörten, heute würde man sagen, zur radikalen Linken. Sie weckten die Opposition gegen den feudalen Absolutismus. Es war die Zeit, in der die Reden des Philosophen Fichte an die deutsche Nation (die es aber gar nicht gab), wirkten. Wir erinnern uns: »Das Heilige Römische Reich deutscher Nation« existierte von 843 bis 1806, seit dem Wiener Kongress gab es den Deutschen Bund unter Einschluss Österreichs.

In dieser Zeit zwischen Romantik und Realismus wird sehr stark das Gemüt angesprochen. Die Liebe zur Natur und zum Vaterland drückt sich auch in der Satire und in der Musik aus. Überall im europäischen Raum entstanden die großen Nationalepen. Wir denken an C.M. v. Weber, Liszt Smetana, Tschaikowski, Lessing, Klopstock, Freiligrath, Eichendorff, die alle in diese Zeit hineinwirkten, in ihr lebten oder von ihr geprägt wurden. Ohne diese und viele andere wäre die heraufziehende Revolution von 1848 nicht denkbar gewesen.

Einen erheblichen Einfluss auf die Stimmungslage der deutschen Nation übte die damalige französische Außenpolitik aus. Frankreich war Großmacht und der französische Ministerpräsident Adolphe Thiers (1797-1877) der eine relativ aggressive Außenpolitik betrieb, wollte die Erfolge der bisherigen Außenpolitik in Ägypten (1840 Loslösung Ägyptens vom osmanischen Reich mit Unterstützung Frankreichs) nutzen und forderte 1840, den Rhein als französische Grenze anzuerkennen.

Dies löste im ganzen deutschen Reich Proteststürme aus. Es entstanden viele Lieder mit nationalen Inhalten: »Die Wacht am Rhein«, um nur ein Beispiel zu nennen.

Diese nationale Stimmung wurde durch den Preußenkönig Friedrich Wilhelm IV gefördert. Anlässlich des Kölner Domjubiläums 1842 und der 1000-Jahr-Feier des Reiches 1843 amnestierte er die »Demagogen« und setzte damit nationale Zeichen.

In diesen Jahren zwischen 1830 und 1848 gab es im europäischen Raum mehrere Revolutionen und Aufstände. Griechenland erhielt eine Teil-Selbständigkeit vom osmanischen Reich, Belgien wurde gegründet, Polen, Rumänien, Bulgarien wurden erschüttert, in Schlesien brach der Weberaufstand los.

Diese Zeit des Realismus und der Restauration wird als die Zeit des »Vormärz« bezeichnet. In dieser Zeit schrieb Fallersleben, der noch in der Gedankenwelt Schillers und Goethes lebte, das »Lied der Deutschen« in dem die Einheit des Volkes beschworen wurde, was Ernst Moritz Arndt, der auch Volksdeputierter der Frankfurter Paulskirche war, noch förderte.

Kommen wir nun zum Begriff der Nationalhymne: Darin soll sich das Nationalgefühl eines Volkes ausdrcken. Jede Nationalhymne ist daher zu achten.

In Meyers Konversationslexikon (6. Auflage) lesen wir:

»Die älteste Volks- bzw. Nationalhymne ist das kurz nach 1576 nachweisbare »Geusenlied«, die niederländische Hymne Wilhelmus von Nassauen«.

Die englische Hymne »God save the King« wurde 1743 von Henry Carey gedichtet und komponiert.

Die französische Hymne, die »Marseillaise« wurde 1792 von Rouqet de Lisle gedichtet und komponiert.

Die österreichische Volkshymne »Gott erhalte Franz den Kaiser« wurde von L. L. Hauschka getextet und 1797 von Joseph Haydn komponiert.

In den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts war die Volkshymne »Was ist des Deutschen Vaterland?«, Text E. M. Arndt, in Musik gesetzt 1825 von Gustav Reichardt bei den Deutschen sehr beliebt. Zur nationalen Repräsentation wurde sie aber nur selten herangezogen. Sie wurde dann verdrängt durch das so genannte »Deutschlandlied« und nach der Melodie von Haydns Kaiserquartett gesungen.

Die Bedeutung einer echten Volkshymne erlangte seit dem Krieg 1870/71 das Lied »Die Wacht am Rhein«, gedichtet von Max Schneckenburger, komponiert von Karl Wilhelm. Als Nationalhymne wurde sie aber nach der Reichsgründung 1871 wegen ihres eindeutig anti-französischen Charakters nicht verwendet. Nationalhymne wurde bis 1918 das Lied »Heil Dir im Siegerkranz, Retter des Vaterlands«.

Zu den Wechseln der Hymnen mit den Staatsformen lesen wir bei Ursula Haverbeck-Wetzel: »Statt eines Jubiläums« das Kapitel »Viermal Deutschland in diesem Jahrhundert«:

«Von den 47 Jahren des 2. Deutschen Reiches entfallen 18 Jahre auf dieses Jahrhundert. Das Volk jubelte seinem Kaiser zu und sang »Heil Dir im Siegerkranz«. Die Weimarer Republik entstand aus dem 1918 zusammengebrochenen Kaiserreich. Sie währte 13 Jahre und man sang seit 1922 »Deutschland, Deutschland über alles«.

1933 entstand dann das 3. Reich, das Volk jubelte und sang das Deutschlandlied.

Das 3. Reich ging 1945 nach einem der furchtbarsten Kriege mit Millionen Toten unter.

1949 entstand die vierte Fassung Deutschlands in diesem Jahrhundert, eingeleitet durch die Einführung der D-Mark. Die konstituierende Sitzung des Bundestages eröffnete der Alt-Kommunist Paul Loebe, der bereits Mitglied des Reichstages gewesen war. Gegen Ende der Sitzung stand der Sprecher der kommunistischen Fraktion auf und stimmte an. »Ich hab mich ergeben mit Herz und mit Hand, dir Land voll Lieb und Leben, mein deutsches Vaterland«. Konrad Adenauer brach dies ab und begann mit dem Lied der Deutschen, was hinterher auf seinen Wunsch als Nationalhymne eingesetzt wurde«. Ende des Zitats.

Bundespräsident Theodor Heuss akzeptierte dies und Adenauer bedankte sich bei Heuss dafür. Es wurde jedoch nur noch die 3. Strophe gesungen, verboten ist jedoch keine. Auch diese wird wohl bald verwässert, denn vom »Vaterland« spricht kaum noch jemand der führenden Kräfte, lediglich vom »Wirtschaftsstandort Deutschland«!

Aufgrund eines Bundestagsbeschlusses aus dem Jahre 1952 wird bei feierlichen Anlässen nur noch die 3. Strophe des »Deutschlandliedes« gesungen.

Betrachten wir dieses Lied in seinen einzelnen Strophen:

Deutschland, Deutschland über alles, über alles in der Welt,
Wenn es stets zu Schutz und Trutze, brüderlich zusammenhält.
Von der Maas bis an die Memel, von der Etsch bis an den Belt.
Deutschland, Deutschland über alles, über alles in der Welt.

Mit dieser Strophe ist weder ausgesagt, noch ausgedrückt, dass Deutschland über alle Völker und Nationen der Welt erhaben sei. Das wurde mit Sicherheit von Fallersleben und seinen Zeitgenossen auch nicht ausgedrückt; das haben andere irregeleitet oder irreleitend hinein interpretiert.

Es sei an den Spruch von Peter Rossegger erinnert.

In dieser Strophe wird ausgedrückt, dass es dem einzelnen in der Vaterlandsliebe über alles gehen soll. Sie enthält aber noch eine Bedingung: »...wenn es stets zum Schutz und Trutze brüderlich zusammenhält«. Eine erreichte Stärke darf in keinem Fall zur Unterdrückung, sondern nur zum Schutz des eigenen und nächster Völker, Länder, Stämme, angewandt werden. Nur dann kann es eine gewisse Größe erreichen und in einem Europa der Vaterländer (Charles de Gaulle) eine Rolle spielen. Ein Europa übrigens, das sich nach Charles de Gaulle von Island bis Sizilien und von Spanien bis zum Ural und dem goldenen Horn erstreckt.

Die 3. Zeile dieser Strophe wird uns oft als Großmachtdenken vorgehalten, bezeichnet aber lediglich den germanischen und später deutschen Sprachraum, bzw. die Grenzen des »Deutschen Bundes«. Heute könnte sie lauten: »Von der Maas bis an die Oder«.

Die Maas ist auch heute teilweise Grenzfluss zwischen Deutschland, Belgien und Holland. Der Belt liegt ebenfalls an der Grenze des deutschen Sprachraumes. Die Memel war der Grenzfluss zum Baltikum und erst mit der Wiedervereinigung 1990 wurde von deutscher Seite auf die ehemaligen Ostgebiete verzichtet, das frühere Mitteldeutschland wurde zu Ostdeutschland. Die Etsch entspringt am Reschenscheideck in den Südtiroler Alpen und ist der Hauptfluss Südtirols. Südtirol gehört ebenfalls zum deutschsprachigen Raum. Die Südtiroler selbst bezeichnen sich meist als Deutsche mit italienischer Nationalität.

Wir erinnern uns: In diesem Raum lebten die Pommern und Preußen, die Friesen und Burgunder, die Sueben und Helveter, die Alemannen, Franken, Goten, Langobarden und die anderen germanischen Stämme und Völker, die unser aller und nicht nur des deutschen Volkes Vorfahren waren.

Unsere Nachbarvölker sollen in dieser Überlegung nicht vereinnahmt oder angeschlossen werden, sondern unbedingt ihre Eigenständigkeiten und auch Eigentümlichkeiten wahren und bewahren. Die Vielfalt der Kulturen ist doch herrlich ohne in eine sogenannte Multi-Kultur abzugleiten.

Es soll ausdrücklich nicht aufgerechnet werden, aber keinem Volk wurde seine Nationalhymne, die zu den Souveränitätsmerkmalen gehört, indirekt verboten und kein anderes Volk als unser eigenes verunglimpft seine Nationalzeichen, zu der auch die Hymne gehört, wie wir das tun.

Zusammenfassend, unter Berücksichtigung der Gedanken Charles de Gaulles, der das Europa der Vaterländer förderte, von Peter Rossegger und der Präambel zur Weimarer Verfassung ist festzustellen, dass die Inhalte der 1. Strophe nicht verwerflich sind, nach innen wirken sollen und sogar eine große Verpflichtung beinhalten.

2. Strophe:

Deutsche Frauen, deutsche Treue, deutscher Wein und deutscher Sang,
Sollen in der Welt behalten, ihren alten schönen Klang.
Uns zu edler Tat begeistern, unser ganzes Leben lang.
Deutsche Frauen, deutsche Treue, deutscher Wein und deutscher Sang.

Es handelt sich nicht einfach nur um romantische Ausdrücke, wie sie in damaliger Zeit üblich waren; vielmehr dachte, sprach und schrieb man sehr viel mehr in Bildern, als in der heutigen Zeit üblich. Dies drückte sich naturgemäß in der Literatur und da besonders in der Poesie aus. Hier wird wohl auch auf Walther von der Vogelweide verwiesen, der die Tugenden, insbesondere der Frauen besang.

Fallersleben zeigt hier, dass er die Frauen ebenfalls sehr hoch einschätzte und verehrte. Sie sind immerhin seit Alters her nicht nur für die Küche, den Haushalt und die Kinder zuständig, sie sind vielmehr Kameradin, Partnerin und Gefährtin, mit Gleichberechtigung hatte er wohl keine Probleme.

Die hier angesprochene deutsche Treue meint auch nicht nur die Treue zum Partner, sondern vielmehr die Treue zum Volk, zu Freunden, zum gegebenen Wort und zu sich selbst. Im Extremfall äußert sie sich dann als »Nibelungentreue« bis zum Tod. Dabei wird zu einer besonderen Tugend, nämlich zur edlen Tat (nicht nur Heldentat im Krieg) aufgerufen, was uns allen zur Verpflichtung werden sollte. Fallersleben hat hier Teile des deutschen Wesens angesprochen. Das deutsche Wesen wird in einem folgenden Aufsatz besprochen: »Bedeutung des deutschen Wesens«.

Es sind nicht die schlechtesten Tugenden, die hier besungen werden. Erinnern wir uns doch an Tacitus, der in seiner Germania die Sitten, Tugenden und Ehre der germanischen Völker rühmte und als beispielhaft für sein eigenes Volk herausstellte.

Dass nun immer wieder der Begriff »deutsch« verwendet wird, liegt in der Natur der Sache. Dieser Begriff bedarf jedoch einer gesonderten Erläuterung, die den Rahmen dieses Aufsatzes sprengen würde. Es ist aber selbstverständlich, dass dies nicht auf einen deutschen Teilstaat oder Nationalstaat beschränkt sein kann.

Sind wir wieder zu edler Tat bereit, leben weniger Egoismus und entsprechen unserer Treue, erkennen wir wieder das deutsche Wesen, das auch als christliches Wesen bezeichnet werden kann. Dann wird Deutschland wieder seinen alten, schönen Klang erhalten und behalten, es wird wieder eine gegenseitige kulturelle Befruchtung stattfinden.

Mit deutschem Wein und deutschem Sang wird meines Erachtens das Heimatgefühl, das Gemüt, und die Vielfalt der Kultur sinnbildlich dargestellt. Der Begriff »Sang« stand nicht nur für das Singen, sondern für fast alle Betätigungen mit der Sprache. Der Sänger in alten Zeiten überbrachte vor allem Nachrichten und Informationen. Eine Nachricht ließ sich als gesungenes »Lied« leichter behalten.

Bedenken wir auch, welch herrlicher kulturelle Reichtum sich in der Vielfalt der landsmannschaftlichen und sonstigen Eigentümlichkeiten, Eigenarten und Eigenständigkeit eines Volkes ausdrückt.

Die 3. Strophe spricht eigentlich für sich, war nie strittig und hat in den letzten 20 Jahren überraschende Aktualität erfahren:

Einigkeit und Recht und Freiheit, für das deutsche Vaterland,
Danach lasst uns alle streben, brüderlich mit Herz und Hand.
Einigkeit und Recht und Freiheit, sind des Glückes Unterpfand,
Blüh' im Glanze dieses Glückes, blühe deutsches Vaterland.

Wir erinnern uns nochmals an die Zeit, aus deren Geist dieses Lied entstand. Den Idealen der französischen Revolution »Egalité, Liberté, Fraternité«, stellte Fallersleben die deutschen Entsprechungen »Einigkeit, Recht, Freiheit« gegenüber.

Gerade in der Einigkeit bestand in den deutschen Stämmen und Ländern seit jeher ein Problem, denn einig war man sich in früheren Zeiten selten. Zu groß waren die Selbstsüchte und das Bedürfnis die Eigenständigkeiten zu bewahren. Nur in Kriegszeiten wurde dies zurückgestellt. Die Folge waren die vielen kleinen deutschen Länder um 1840. Insofern hat der Föderalismus in Deutschland gute und lange Tradition.

So war das Hervorheben der Ideale Einigkeit und Recht und Freiheit für die Menschen der deutschen Länder geeigneter als die der französischen Revolution, obwohl es in Teilen Deutschlands sogar einmal Bestrebungen für einen Anschluss an Frankreich gab. Die Menschen wollten einheitliches Recht und eigene Regelungen und Freiheit, die ja vielfach verwehrt wurde.

Ich erinnere an die Mainzer Republik, die sogar eigene Deputierte für die französische Nationalversammlung entsandte. Die Menschen dort fühlten sich im Schutz der damaligen Großmacht sicherer, bedeutender und in Ermangelung eigener, den dortigen Werten verbunden.

Wie die Schicksale vieler bedeutender Persönlichkeiten zeigen, waren die Rechte der Menschen sehr eingeschränkt. Viele der damaligen Elite wurden zensiert, ihre Schriften verboten, sie selbst hatten Berufsverbot oder lebten im Exil.

Für die Ideale des Vormärz, die sich in dem »Lied der Deutschen« ausdrücken, sollen wir schließlich mit Herz und Hand, das heißt mit Überzeugung, mit Rat und Tat eintreten. Täter des Wortes sein, wie es in der Bibel heißt.

Das »Lied der Deutschen« redet ausdrücklich nicht irgendwelchen »Herrengedanken« das Wort und betont auch kein nationalistisches sondern nationales Gedankengut, gibt sogar dienende Verpflichtung auf. Kein Volk, keine Rasse darf sich über andere erheben, sondern man soll sich gegenseitig fördern. Es darf diesbezüglich nur ein Miteinander geben.

Damit wären wir mit Michail Gorbatschow bei dem »europäischen Haus«, in dem jedes Volk einen eigenen Raum bewohnt oder beim Evangelium des vollkommenen Lebens, Kap. 72: »...in meines Vater-Mutter Haus sind viele Wohnungen, wenn es nicht so wäre, hätte ich es euch gesagt...«.

Das alles heißt aber auch, dass es eine »Multi-Kultur« nicht geben kann. Eine multi-kulturelle Gesellschaft ist keine Gemeinschaft mehr und verliert ihre Identität. Eine Vermischung, gleichgültig ob bewusst oder unbewusst, bringt allen Beteiligten und dem was daraus entstehen soll, viele Nachteile.

Insgesamt sollten wir frei und unverklemmt mit unseren Symbolen und Werten umgehen. Sie haben teilweise Jahrtausendealte Tradition auf die wir allen Geschehnissen zum Trotz stolz sein können. Treten wir also mit Herz und Hand für unsere Symbole ein

wünscht: Roderich Volk (Dez. 2008).

Quellen:

  • Joh. Gottlieb Fichte: Reden an die deutsche Nation. Meiner - Verlag
  • Die deutsche Literatur - Vormärz - Band 10. Reclam
  • Meyers Konversationslexikon von 1897
  • Deutsche Literatur Band 6 - Eine Sozialgeschichte. rororo
  • Das Wort der Dichter - Literaturgeschichtliches Lesebuch. Ehrenwirth Verlag
  • Dichtung und Deutung - Eine Geschichte der deutschen Literatur in Beispielen. Bayr. Schulbuchverlag
  • Das Evangelium des vollkommenen Lebens - Humata-Verlag
  • Tacitus - Germania. Reclam
  • Text Das Lied der Deutschen