Bund deutscher Iringe e.V.

Verantwortung

Wir leben in einer Zeit des radikalen Wandels aller, insbesondere ethischer Werte. Entwicklungen, die früher über mehrere Generationen erfolgten, finden heute in einer Generation oder nur in einigen Jahren statt. Erinnert sei hierbei an alle Bereiche des täglichen Lebens und der Wissenschaften.

Dabei verändern sich nicht nur die sittlichen Werte, sondern auch das Rechtsempfinden und die kulturellen Grundlagen. Man mag das bedauern, die Veränderung der meisten Werte ist bedauerlich, aber man muss es (leider) akzeptieren, weil es wohl auch nicht aufzuhalten oder abzuändern ist. Verschiedene, insbesondere meinungsbildende Interessen und Kräfte sind derzeit stärker. Bestimmte Regelungen müssen sich ausleben und unterliegen in der Zukunft dem Gesetz von Versuch und Irrtum.

Einer dieser Grundwerte, die sich verändern und massiv abnehmen, ist die Verantwortung.

In unserem »goldenen Wohlfahrtsstaat« wird mit den Pflichten, vor allem die Verantwortung negiert. Dies geschieht natürlich nicht offiziell, aber durch Aufwertung primitiverer Wünsche, Interessen und Süchte findet eine Abwertung anderer Werte statt (Beispiel: Homosexuellen-Ehe, Rauschmittelgebrauch). Alte Werte werden nur dort hervorgehoben, wo es den offiziell »Verantwortlichen« passt oder sie selbst nicht weiterwissen (Diskussion um Rente, Gesundheitsvorsorge und das Ehrenamt).

Mit der Abnahme oder sogar Wegnahme von Verantwortung wird jedoch auch die Mündigkeit der Menschen reduziert; was bleibt ist eine »Spaßgesellschaft« in der Verantwortungslosigkeit das Maß ist. Erst langsam wird verschiedenen Menschen mehr oder weniger bewusst, dass diese »Spaßgesellschaft« in eine Sackgasse führt. Erfreulicherweise ist das bei (noch zu wenigen) Jugendlichen erkennbar, die selbst auch zu höheren (Lebens-) Risiken bereit sind.

Diese Einsichten aus den letzten Jahren erhalten nun durch die politischen und fiskalischen Gegebenheiten höchste Aktualität, denn derzeit wird mit Gewalt genommen, was noch vor ca. 20 Jahren »als nur unser Recht« apostrophiert wurde; die Zwänge sind nun so, dass die Menschen wieder Verantwortung (vor allem für sich) übernehmen müssen. Das predigen nun jene, die vorher das Gegenteil forderten, um Wahlen zu gewinnen, jedoch nicht bereit sind mit gutem Beispiel voranzugehen. Dabei wissen wir doch alle, dass das Wort nichts, das gute Beispiel aber alles ist.

Auf die ethischen Grundsätze in der Lehre von HAW als unserem Ideengeber, einzugehen ist nicht ganz einfach, da diese nicht in einer Schrift zusammengefasst sind, sondern aus verschiedenen Schriften zusammengetragen und ausgearbeitet werden müssen.

Die wichtigsten Quellen sind:

  • Der Aufsatz »Wer ist ein guter Mensch«
  • Der Aufsatz »Das wahrhaft kristliche Wesen«
  • Der Entwurf von Gerda Paehlke-Böhm »Über die Lehre Weishaars«

Bevor ich zu den einzelnen Bereichen und Punkten komme, in die die Grundwerte des kristlichen Wesens eingearbeitet wurden, möchte ich zuerst auf den Begriff der Verantwortung eingehen. Interessanterweise findet sich in den neueren Lexika keine Begriffserklärung

  • verantworten heißt,
  • für etwas einstehen
  • als rechtmäßig verteidigen und seine Folgen tragen
  • Verantwortung
  • die Verantwortung haben oder übernehmen
  • Pflicht für etwas einzustehen
  • Pflicht für jemand / etwas zu sorgen
  • für die Folgen des Handelns einstehen
  • verantwortlich sein
  • für Folgen einstehen,
  • haftbar sein
  • zuständig, federführend sein
  • verantwortlich machen
  • etwas zur Last legen, belasten,
  • zur Verantwortung ziehen.

Die einzelnen Aspekten von Verantwortung.

Die Verantwortung für sich selbst, dabei vor allem für sein Selbst.

Das ist eigentlich schon die Zusammenfassung aller Verantwortungsbereiche. Der Mensch muss zuerst mit sich selbst in's Reine kommen, muss sich selbst Rede und Antwort stehen (können), darf sich nicht selbst belügen, Entschuldigungen und Ausflüchte suchen. Der Mensch muß sein Gewissen beachten.

»Wer Herr seiner selbst, ist Herr seines Lebens« Dazu gehört Innerlichkeit, Wahrhaftigkeit und Gründlichkeit.

Die Verantwortung für das eigene Tun, Handeln und Unterlassen.

Hier sind die ethisch-moralisch-sittlichen Werte angesprochen. Der Satz »Das tut man nicht« ist keine leere Hülse. Die eventuellen zwischenmenschlichen und karmischen Folgen sollten entsprechend dem Motto »was Du nicht willst, das man Dir tu' das füg auch keinem andern zu«, bedacht werden. Dazu gehört Gerechtigkeit und Sittsamkeit.

Die Verantwortung gegenüber dem/den Nächsten.

Der Begriff »Nächster« löst unter Umständen die Diskussion um den Begriff »wer ist Dein Nächster« aus. In heutiger Zeit wird allgemein jeder als »Nächster« bezeichnet. Das meist aber aus egoistischen und / oder ideologischen Gründen. Nicht jeder ist »Nächster«, wohl aber diejenigen, die mir nahe kommen oder nahe stehen. Ihnen gegenüber muss ich bereit sein, in dem Umfang Verantwortung zu übernehmen, wie es im Verhältnis erforderlich ist. Dazu gehört Bescheidenheit und Menschenliebe.

Die Verantwortung gegenüber Anvertrauten und ggf. weniger reifen Menschen.

Zu diesen gehören die Kinder und deren Nachkommen, aber auch Untergebene oder hilflose Personen. Hier muss ich mich fragen, ob ich dieser Verantwortung gerecht werde, fördere ich diesen Menschen, leite ich ihn richtig an, berücksichtige ich das »Warum« (das muss man allerdings immer) und damit bereit sein, die Reifeentwicklung dieser mir Nächsten zu fördern. Stärken müssen gefördert und Schwächen möglichst beherrschbar gemacht werden, damit die Menschen selbst in die Lage versetzt werden, Verantwortung ihrem Maß entsprechend übernehmen zu können. Das heißt ausdrücklich nicht, dass Entscheidungen und Verantwortung abgenommen, sondern zur Selbsthilfe angeleitet werden soll. Dazu gehört Duldsamkeit.

Die Verantwortung gegenüber dem Volk.

Das Problem hier ist die Frage, was unser Volk ist. Bei einem Fremdanteil von mehr als 16% (ohne bereits Eingebürgerte) verändert sich unweigerlich die Volkszusammensetzung und damit das völkische Gefühl.

In der heutigen Diskussion um die Zuwanderung (die »gesteuerte« und die ungesteuerte) denke ich vor allem an die Verantwortung den Völkern und Ländern gegenüber, deren Menschen, aus welchen Gründen auch immer, zu uns kommen. Dort fehlen im Zweifelsfall die Menschen, die einen Wandel zum Besseren dort bewirken könnten und sollten.

Bei uns wird die Diskussion dahingehend geführt, dass wir Zuwanderung brauchten, um den Wohlstand zu erhalten (der trotzdem zurückgeht), die Rente zu sichern (die trotzdem abgesenkt wird) und das Wachstum der Wirtschaft zu erhalten (das trotzdem sinkt). Dafür muss dann die Allgemeinheit die Verantwortung und Kosten übernehmen, nicht aber die "Verantwortlichen", die das eigentlich zu verantworten haben.

Derzeit erleben wir allerdings, wie sowohl die Politik, als auch Wirtschaft und Finanzen auf ihre Verantwortung dem Volk gegenüber hingewiesen werden. Diese Bereiche sollen dem Menschen dienen, sind kein Selbstzweck zur Gewinnmaximierung.

Gefordert sind zur Änderung Heldenmut und Treue.

Die Verantwortung gegenüber der Kultur.

Gemeint sind alle eigenständigen Kulturen. Dabei gilt natürlich auch das vorher über das Volk Gesagte. Mit dem Verlust einer eigenen eigenständigen Kultur geht selbstverständlich auch das Verhältnis zum Volk, die Zugehörigkeit, die Identifikation verloren. Die Folgen denke ich, werden uns übelste amerikanische Verhältnisse bescheren. Ob das gewollt ist?

Vor allem muss darauf hingearbeitet werden, dass die Kultur wieder den Menschen und Gott gerecht wird; sie muss sich von der Zivilisation unterscheiden.

Dazu gehört freudige Frömmigkeit, erhabenste Gerechtigkeit und Menschenliebe.

Die Verantwortung gegenüber der Natur.

Für unsere Verantwortungslosigkeit ist es bezeichnend, wie wir in höchst egoistischer Weise mit der Natur, unserem Planeten umgehen und diese bis zum letzten, ohne jede Rücksicht auf nachfolgende Generationen, ausbeuten. Wer zieht diese Menschen zur Rechenschaft, nimmt sie in die Verantwortung?

Hier muss nicht nur ein Umdenken bei jedem Einzelnen stattfinden, es müssen auch Schlussfolgerungen umgesetzt werden. Die erste Schlußfolgerung besteht darin, die Erde als lebendiges Wesen zu betrachten. Bescheidenheit tut not.

Die Verantwortung zum Lernen und Erfahren.

Unsere Aufgabe im Leben. Um unsere Aufgabe erfüllen zu können müssen wir Erfahrungen sammeln und lernen, leben lernen. Carpe diem bedeutet nicht genieße den Tag, sondern nütze den Tag. Diese Aufgabe sollen wir mit Vernunft erfüllen, dann bleiben vielleicht einige schmerzhafte Erfahrungen erspart oder sind nicht unnötig schmerzhaft. Gründlichkeit und Opferwilligkeit sind gefordert.

Die Verantwortung gegenüber Gott und der Religion.

Wir erleben, wie wenig die großen Kirchen und die Sekten in der Lage sind, den Menschen Werte zu vermitteln, sinngreifende und sinnführende Wegweiser zu sein. Sie werden damit ihrem Auftrag und ihrer Aufgabe nicht gerecht. Gerade die Kirchen sind im im Verhältnis zu anderen Religionen die in unseren Kulturkreis drängen, gefordert glaubhafte Werte zu vermitteln.

Um so mehr sind die bewussteren Menschen aufgerufen, Leuchter und leuchtendes Vorbild zu sein, um nicht nur sich selbst, sondern anderen zu helfen. Seid gläubig aus tiefstem Herzen, lebt freudige Frömmigkeit. So entspricht es dem uns überkommenen Wesen.

Die Verantwortung für Körper, Geist, Seele.

Damit sind wir nach einem Kreislauf wieder beim ersten Punkt angelangt.

»Mens sana in corpore sano« hat nichts von seinem Sinn verloren. Das gilt nicht nur für den Sport, sondern auch für die Volksgesundheit und für den Einzelnen.

Ich muss mir selbst, meinem Gewissen und Gott gegenüber die Frage stellen (und beantworten), wie ich mit dem mir zur Verfügung gestellten Körper, meiner Seele und dem Geist umgegangen bin. Immerhin haben wir die Aufgabe der Vollkommenwerdung. Dies geht nur, wenn dies in Harmonie, in tiefster Innerlichkeit und Wahrhaftigkeit behandelt wird.

Wir sollen dieses Leben gestalten und bewältigen. Dabei dürfen wir die geistige Entwicklung zwar nicht außer acht lassen, müssen aber die materielle und die (allzu) menschliche Ebene ebenfalls berücksichtigen, denn auch darüber geht die Höherentwicklung in Richtung Vollkommenheit.

So kommen wir zum letzten Punkt. - Die Anwendung im täglichen Leben.

Wie werden wir unserer Verantwortung gerecht?

Ganz einfach!!!

Indem wir in jeder Lebenslage das kristliche, also unser überkommenes Wesen zu leben versuchen.

Vor allem, bei sich selbst anfangend, durch die Kraft der Gedanken!

Liebe Schwestern und Brüder im Geist, sehr geehrte Damen und Herren:

Meditiert. Jeden Morgen in 3-5 Minuten Meditation auf den Tag vorbereiten, um gute Gedanken bitten und aussenden. Positive Begriffe und Situationen denken, dabei durchaus auf tägliches, weltliches, politisches Geschehen eingehen. Keine Kampf- oder Rachegedanken. Abschließen mit: »Herr, Dein und nicht mein Wille geschehe«.

Ich wünsche gutes Gelingen.

Roderich Volk