Bund deutscher Iringe e.V.

Wirtschaft und Gesellschaft

Die Wirtschaft steht in enger Verflechtung mit der Gesellschaft. Aus geistiger Sicht erringen ethische Prämissen von der gesellschaftlichen Seite her für eine Beurteilung und Steuerung der Wirtschaft zunehmende Bedeutung. Die Hochrisikotechnologie des 3. Jahrtausends (Gentechnologie, Atomtechnik, Verkehrstechnik, Medientechnik u.ä.) arbeiten global und katastrophennah und beginnen die kulturelle Eigenständigkeit zu bedrohen. Diese Veränderungsprozesse überschreiten mehr und mehr den überschaubaren Nahbereich und werden unkalkulierbar. Das staatliche Rechtssystem liefert zwar notwendige aber nicht immer hinreichende Bedingungen für sicheres und im gesellschaftlichen Sinne gerechtes wirtschaftliches Handeln.

Die Ordnung der Wirtschaft ist von drei Prinzipien beherrscht:

  1. Der Marktmäßigkeit, nach der das Privateigentum und die wirtschaftlichen Frei- heitsrechte (Berufs- u. Gewerbefreiheit, Freizügigkeit und Niederlassungsfreiheit) in eigenverantwortlicher Weise das Wirtschaftsgeschehen bestimmen. Grundlage ist der Wettbewerb, der die gesellschaftliche Machtkontrolle ausübt, aber auch eine ständige Anpassung an den Wandel der Nachfrage- und Produktionsbedingungen infolge technischer und organisatorischer Neuerungen verlangt. Eine geringe nachhaltige Steuerung erfolgt durch das Finanzsystem und infolgedessen ist das freie Wirtschaftssystem wechselnden Konjunkturzyklen unterworfen.
  2. Die Rechtsstaatlichkeit wird ausgedrückt in den vom Staat gesetzten Rahmenbedingungen und repräsentiert als Bestandteil der politischen Verfassung eine politische Ordnung. Wirtschaftliche Steuerung zur Konjunkturerhaltung erfolgt entweder über Fiskalpolitik (antizyklisches Gegensteuern durch staatliche Investitionen) oder über die Geldmengensteuerung der Zentralbank (Monetarismus).
  3. Die Sozialstaatlichkeit verlangt eine Verteilungsgerechtigkeit, die durch Beschränkung oder Förderung des WettbewerbssozialverträglicheZiele durch den Staat politisch durchsetzt.

Eine grundsätzliche Beurteilung von Wirtschaft und Gesellschaft aus ethischer Sicht kann nur aus der Antwort der Fragestellungen hervorgehen: Soll das Volk der Diener der Wirtschaft sein oder hat die Wirtschaft dem Volke zu dienen? Die ethische Einstellung der Irings-Bruderschaft liegt bei der größeren Verantwortung gegenüber dem Volke.

W.K.